- Ein AMC ist ein Schuldinstrument im Sinne des Swiss Financial Services Act und kein Fonds – eine Fondszulassung durch Swiss Financial Market Supervisory Authority ist daher nicht erforderlich.
- Das Portfolio wird in Echtzeit durch einen bestimmten Product Manager / Asset Manager mit voller diskretionärer Flexibilität verwaltet.
- Ein AMC kann innerhalb von wenigen Tagen bis wenigen Wochen emittiert werden; ein regulierter Fonds benötigt in der Regel mehrere Monate und eine vollständige FINMA-Genehmigung.
- Jedes SMART-AMC verfügt über eine Schweizer ISIN und wird über SIX SIS Ltd abgewickelt und in einem regulären Depot gehalten.
- Die Emission erfolgt über Smart Edge PCC Ltd – ein Off-Balance-Sheet-SPV mit vollständiger Vermögenstrennung.
- Auf der SMART-Plattform ist der Product Manager stets ein nach Art. 17 Swiss Financial Institutions Act regulierter Vermögensverwalter.
- Ein Product Manager kann zudem mit einem Strategy Developer zusammenarbeiten, um Strategien umzusetzen, die von externen Parteien lizenziert werden.
Einführung
Ein Actively Managed Certificate (AMC) ist ein strukturiertes Schuldinstrument, das eine dynamisch verwaltete Anlagestrategie in einem einzigen handelbaren Wertpapier bündelt. Das AMC wird von einer Bank, einem Effektenhändler oder – wie im Fall von SMART – von einem Special Purpose Vehicle (SPV) emittiert und bildet die Performance eines zugrunde liegenden Portfolios ab, das von einem bestimmten Strategy Sponsor in Echtzeit verwaltet wird.
Im Gegensatz zu einem klassischen Fonds ist ein AMC ein Wertpapier: Es verfügt über eine eigene Schweizer ISIN, wird über SIX SIS Ltd abgewickelt und kann im Standarddepot neben Aktien, Anleihen oder anderen Wertschriften gehalten werden. Es gibt keine Fondsstruktur, keine Prospektpflicht im klassischen Fondsinn und keine Fondszulassung durch Swiss Financial Market Supervisory Authority. Dadurch ist das AMC das bevorzugte Instrument für Promotoren, die die operative Flexibilität eines Managed Accounts mit der rechtlichen Übertragbarkeit und Bankfähigkeit eines Wertpapiers kombinieren möchten.
Aus Sicht des Investors ist die Zeichnung so einfach wie der Kauf jeder anderen Wertschrift: eine einzige ISIN über die bestehende Bankverbindung – ohne neues Konto, ohne zusätzliche Verträge und ohne zusätzliche Infrastruktur. Aus Sicht des Promotors eliminiert das AMC den strukturellen und regulatorischen Aufwand einer Fondsgründung und erhält gleichzeitig die volle Diskretion über das zugrunde liegende Portfolio.
Der regulatorische Hintergrund
Der Aufstieg von AMCs als etabliertes Instrument geht auf eine wesentliche regulatorische Veränderung in der Europäischen Union zurück. Zwischen 2009 und 2013 führte die EU die Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD) ein, die alle Manager kollektiver Kapitalanlagen umfassenden regulatorischen Anforderungen unterwarf: Bewilligungspflicht, Offenlegungspflichten, Depotbankpflicht und laufende regulatorische Aufsicht. Das Resultat: deutlich höhere Compliance-Kosten und für kleinere Fondsstrukturen oft wirtschaftlich nicht tragbar.
Die Schweizer Antwort war kein regulatorischer Umweg, sondern eine strukturelle Lösung. Das Schweizer Recht sowie Swiss Financial Market Supervisory Authority klassifizieren aktiv verwaltete Portfolio-Wertpapiere nicht als kollektive Kapitalanlagen im Sinne des Swiss Collective Investment Schemes Act. Ein AMC ist ein Schuldinstrument: Der Emittent schafft eine Schuldverschreibung, deren Wert einem Portfolio folgt. Der Portfolio Manager verwaltet keinen Fonds. Investoren sind keine Fondsanteilinhaber – sie sind Gläubiger des Schuldinstruments. Die wirtschaftliche Exposure kann vergleichbar sein – die rechtliche Struktur und regulatorische Behandlung sind jedoch fundamental unterschiedlich.
Die zentrale rechtliche Unterscheidung ist einfach: Ein Fonds bündelt das Kapital von Investoren in einer regulierten kollektiven Anlageform. Ein AMC emittiert hingegen ein Schuldinstrument, dessen Wertentwicklung an ein Portfolio gekoppelt ist. Das wirtschaftliche Exposure kann vergleichbar sein; die rechtliche Struktur und die regulatorische Behandlung unterscheiden sich jedoch grundlegend.
Anatomie eines AMC
- Anlageentscheidungen
- Echtzeit-Rebalancing
- Einhaltung der Anlagerichtlinien
- Reguliert durch Swiss Financial Market Supervisory Authority (Product Manager)
- Smart Edge PCC Ltd
- Emittiert die Schuldverschreibung
- Off-Balance-Sheet-Struktur
- Vollständige Vermögenstrennung
- Schweizer ISIN
- Settlement via SIX SIS Ltd
- Verwahrbar bei jeder Bank mit Delivery-vs-Payment (DvP)
- Täglicher NAV und Reporting
Emittentenstruktur
SMART-AMCs werden durch Smart Edge PCC Ltd emittiert – einem Off-Balance-Sheet-SPV mit Sitz in Guernsey in Form einer Protected Cell Company.
Eine Protected Cell Company (PCC), bei der jedes Produkt innerhalb einer eigenen rechtlich getrennten Zelle emittiert wird. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer Zelle sind vollständig von anderen Zellen und der Kernstruktur der Gesellschaft gesetzlich getrennt. Ein Verlust- oder Insolvenzereignis in einer Zelle hat keine Auswirkungen auf eine andere.
- SitzGuernsey
- StrukturProtected Cell Company
- ProdukteAMC · CLN · Tracker
- SettlementSIX SIS Ltd / Schweizer ISIN
Da das Emissionsvehikel Off-Balance-Sheet strukturiert ist, sind die Vermögenswerte rechtlich getrennt von Onvest AG und anderen Produkten. Der Anspruch des Investors richtet sich gegen das Sicherheitenportfolio der entsprechenden Zelle – nicht gegen Onvest AG als Gesellschaft.
Rollen innerhalb eines AMC
Im AMC-Modell ist der Product Manager bzw. Asset Manager für die Umsetzung der Anlageentscheidungen verantwortlich: Ausführung der Trades, laufende Portfolioverwaltung und Einhaltung des regulatorischen Rahmens. Der Product Manager besitzt die Vermögenswerte nicht – diese werden vom emittierenden SPV gehalten. Der Product Manager handelt innerhalb des im Termsheet definierten Mandats.
Auf der SMART-Plattform ist der Product Manager stets ein nach Art. 17 Swiss Financial Institutions Act regulierter Vermögensverwalter (oder eine gleichwertige ausländische Regulierung). Dies gewährleistet regulatorische Aufsicht, Verantwortlichkeit und professionelle Standards für jedes auf der Plattform emittierte Produkt.
Ein Product Manager kann mit einem Strategy Developer zusammenarbeiten. Strategy Developer – quantitative, systematische oder diskretionäre Händler – verfügen über einen bewährten Investmentansatz, möchten aber nicht selbst regulatorische Vermögensverwaltung betreiben. In diesem Modell lizenziert der Strategy Developer seine Methodik. Der Product Manager übernimmt die regulatorische Verantwortung, die Diskretion und die Portfolioverwaltung. Dadurch können erfolgreiche Strategien investierbar gemacht werden, ohne regulatorische Doppelstrukturen.
Wer nutzt AMCs?
Diejenigen, die die Strategie definieren und das Portfolio steuern.
Diejenigen, die das AMC über ihr bestehendes Depot zeichnen.